Ersatzneubau der Reussbrücke
Autor: Elias Müller
Sprache: Englisch
Kurzfassung
Die bestehende Reussbrücke in Ottenbach, eine dreifeldrige vorgespannte Plattenbrücke aus dem Jahre 1955, entspricht nicht mehr den heutigen Anforderungen (Verkehrslasten, SIA 261:2020). Im Rahmen dieser Masterarbeit wurde ein Vorentwurf für ein Ersatzbauwerk entwickelt, wobei insbesondere die Wiederverwendung des bestehenden Unterbaus berücksichtigt wurde.
Das neue Bauwerk, das die bestehende Reussstraßenbrücke ersetzt, wird als dreifeldrige vorgespannte Plattenbalkenbrücke entworfen. Der Überbau ist monolithisch mit den modifizierten bestehenden Pfeilerköpfen verbunden und mit in Längsrichtung beweglichen Topflagern den Widerlagern gelagert. Die Tiefe und Stegbreite des Trägers variiert entlang der Brückenachse und nimmt in der Nähe der Pfeiler zu, um die Tragfähigkeit und Duktilität zu erhöhen. Durch die schwimmende Lagerung und den Verzicht auf Fahrbahnübergänge an den Widerlagern wird der Wartungsaufwand deutlich reduziert (semi-integrale Brücke).
Die Brückengeometrie wurde in Grasshopper (Rhino) modelliert und über definierte Schnittstellen an SOFiSTiK zur Strukturanalyse übergeben. Das Tragwerksmodell besteht aus einem Trägerrostmodell mit zwei symmetrischen Plattenbalken und Querträgern zur Darstellung der Lastverteilung. Der Modellierungsansatz ist zwar aufgrund von Zeit- und Softwarebeschränkungen vereinfacht, eignet sich jedoch für die Vorentwurfsphase und erfüllt die erforderlichen Nachweise für die Tragsicherheit und Gebrauchstauglichkeit.
Der Rückbau der bestehenden Brücke würde abschnittsweise mithilfe einer provisorischen Hilfskonstruktion erfolgen, wobei die Pfeilerköpfe mittels Hydrodemolierung entfernt werden und die Bewehrung für den monolithischen Verbund mit dem Überbau erhalten bleibt. Der neue Überbau ist in drei Etappen erstellt, wobei die Hilfskonstruktion für jede Etappe wiederverwendet und neu positioniert wird.
Die geschätzten Baukosten belaufen sich auf ca. 4,1 Mio. CsubHF (±30%), basierend auf Massen-ermittlungen mit Hilfe der vorläufigen Konstruktionszeichnungen und Referenzpreisen eines ähnlichen Projekts aus dem Jahr 2018.
Insgesamt zeigt die Studie ein technisch machbares, wirtschaftliches und ästhetisch gut integriertes Ersatzkonzept auf. Der schlanke und optisch unauffällige Entwurf fügt sich gut in die umgebende Landschaft ein und bietet eine solide Grundlage für die weitere Projektentwicklung. Damit bietet das Konzept eine Referenz für den geplanten Ersatz der Reussbrücke in Ottenbach im Auftrag des Kantons Zürich.